Corioliswaage

    Corioliswaagen, die man auch unter den Bezeichnungen Coriolis-Durchflusswaagen oder Massendurchflussmessgeräte kennt, messen das Gewicht eines Massenstroms unter Ausnutzung der Corioliskraft.

    Am häufigsten werden damit Schüttgüter wie zum Beispiel Stäube, Pulver oder Grieße gemessen. Auch Granulate oder beispielsweise Getreide lassen sich hervorragend mit der Corioliswaage messen.

    Im Unterschied zum sogenannten Coriolis-Massendurchflussmesser, misst die Corioliswaage keine Flüssigkeiten oder Gase.

    Funktionsprinzip:

    Das wesentliche Messelement der Corioliswaage, bzw. des Massendurchflussmessgerätes, bildet ein Flügelrad, das so genannte Messrad, das mit konstanter Drehzahl angetrieben wird. Auf dieses Messrad trifft der Schüttgutstrom axial auf. Dieser wird anschließend mittels eines Umlenkkegels in radialer Richtung zu den Leitschaufeln geführt und von diesen auf die konstante Umfangsgeschwindigkeit des Messrades beschleunigt.

    Die erforderliche Antriebskraft für diese Beschleunigung bezeichnet man auch als die Corioliskraft. Bei konstanter Drehzahl kann die Corioliskraft mittels des erforderlichen Drehmoments des Antriebsmotors gemessen werden. Diese ist proportional zum Schüttgutmassenstrom.

    Besonders interessant an diesem System ist, dass physikalische Schüttguteigenschaften wie Schüttgewicht, Feuchte und Fließeigenschaften keinerlei Fehler verursachen. Der Grund liegt im Coriolisprinzip selbst, sowie in der Realisierung der exakten Drehmomenterfassung. Das erforderliche Antriebsmoment wird nur durch die zu beschleunigenden Massepartikel erzeugt, mögliche Schüttgutreibungseinflüsse wirken senkrecht zur Messrichtung und haben daher keinen Einfluss auf das Messergebnis. Um mechanische Störeinflüsse bei der Drehmomentenerfassung auszuschließen, werden mögliche Reibungseinflüsse der Drehmomentenübertragung zwischen Messrad und Momentenerfassung durch eine entsprechende mechanische Anordnung ausgekoppelt. Die Messkrafterfassung selbst erfolgt über eine hochpräzise Wägezelle. Diese lässt sich im Mikrosekundenbereich durch die verwendete Auswerteelektronik ermitteln.

    Mittels dieser Auswerteelektronik lässt sich der Durchsatz aus dem Wägezellensignal und gerätetypischen Parametern errechnen und in kg/h anzeigen. Aus dem Durchsatz wird zugleich die verwogene Gesamtmenge errechnet und angezeigt. Ebenso kann ein vorgeschalteter Zuteiler mittels der Auswerteelektronik auf die gewünschte Sollförderstärke geregelt werden.