Meilensteine technischer Entwicklung

    Wägen und Dosieren

    Im Waagenbau verhalf der 1950 verbesserte Leuchtbild-Wäge- und Druckautomat mit 3000 Druckstufen zu einem erheblichen Vorsprung vor dem Wettbewerb.
    1952 wurden die ersten, noch mechanischen Ablaufwaagen in eichfähiger Bauart zur Wägung fahrender Waggons geliefert. 1962 konnte dann die erste Ablaufbergwaage in eine Steilrampe eingebaut werden, wodurch die Wägung noch schneller ablief.

    Zugunsten der inzwischen entwickelten elektromechanischen Wägeeinrichtungen, die bei gleicher Genauigkeit vielseitigere Registriermöglichkeiten bieten, wurde die Fertigung des erfolgreichen Leuchtbild-Wäge-und Druckautomaten an die Tochtergesellschaft Florenz, Braunau, abgegeben. Ein neuer Höhepunkt folgte mit der ersten geschwindigkeitsgeregelten Dosierbandwaage, die später mit einer Wägezelle ausgerüstet wurde. Gleichzeitig lief die Entwicklung der ersten Gemengeanlagen in dieser neuen Technik. Schon 1955 konnte die erste elektromechanische Kranwaage geliefert werden. Damit war der Weg von der mechanischen zur elektromechanischen Waage vorgezeichnet, an dem Schenck maßgeblich beteiligt war. 1961 wurde eine eigene Ring-Torsions-Wägezelle entwickelt.

    In schneller Folge gingen die Entwicklungen weiter über die Einführung der Digitaltechnik, den Einsatz der ersten Rechner bis zu Spezialwaagen, die schon am Rande der Prüftechnik liegen: Einer Belastungsmaschine (Kraftnormal-Messeinrichtung) zur Bestimmung der Genauigkeit von Kraftmessdosen und Wägezellen und einer Windkanalwaage.

    Fördern

    Im Produktbereich Transportanlagen wurden in den fünfziger Jahren bei Schüttgutförderern die Ketten weitgehend durch Gurte ersetzt.
    1955 tritt für den Senkrechttransport der Gurttaschenförderer an die Stelle der über ein halbes Jahrhundert gebauten Pendelbecherwerke. Ein Gurtpfannenförderer für heißes Material, Zementklinker, Blei- und Eisensinter, ein Bunker-Räumer für Längs- und Rundbunker, und ein Schöpfgurtförderer sind weitere erfolgreiche Entwicklungsschritte der Folgejahre.

    Auch ein völlig neues Arbeitsgebiet wird in Angriff genommen - Maschinen und Anlagen zur Herstellung von Spanplatten. Nach den ersten Lieferungen von Förderern und Waagen für diskontinuierlichen Betrieb wurden seit 1953 Streumaschinen für die kontinuiediche Streuung der Späne, Blinker mit Austragseinrichtungen für Nass- und Trockenspäne sowie Spezialförderer für den Formblechumlauf entwickelt und geliefert.

    Auf dem Gebiet der Stückgutförderung werden umfangreiche Anlagen an die AutomobiUndustrie und andere Industriezweige geliefert.
    1968 wird mit der ersten Sortier-und Förderanlage für Luftfracht ein weiteres Anwendungsfeld erschlossen.

    Schwingfördern und Sieben

    Der Bedarf an Schwingförderern aus den vor dem Krieg belieferten Industriezweigen war 1945 so gering, dass zur Beschäftigung des Betriebes Maschinen zur Herstellung von Dachziegeln entwickelt und vorübergehend gebaut wurden, zu denen auch Siebmaschinen zur Aufbereitung von Trümmerschutt gehörten.

    1947 wurde die Konstruktion für Schwingmaschinen aus dem Gesamtbereich Transportanlagen herausgenommen und als selbständige Abteilung neu gegründet. Sie knüpfte an die erfolgreichen Entwicklungen früherer Jahre an und konnte schon wenig später die ersten freischwingenden Maschinen liefern, die durch zwei sich synchronisierende Unwuchtmotoren angetrieben wurden, darunter erstmals auch Siebe für heißen Sinter und ein Wendelschwingförderer zum Senkrechttransport.

    Die Förderleistungen wurden immer größer, entsprechend wuchsen die Abmessungen, die schon 1967 bei Siebmaschinen die Breite von 4 Metern erreichten. Gleichzeitig wurde ein Verfahren zum Transport von staubförmigen Schüttgütern auf Schwingförderern entwickelt und erfolgreich eingesetzt.

    Als neuer Bereich kam schließlich der verstärkte Einsatz von Schwingmaschinen in der Verfahrenstechnik dazu, der ständig neue Aufgaben stellte. Eine der jüngsten Lieferungen sind 18 Quadratmetergroße Rüttelanlagen für 60 Tonnen schwere Gussstücke.

    Technische Neuentwicklungen

    1915 war mit der Konstruktion von Auswuchtmaschinen begonnen worden. Nach ständiger Verbesserung der ersten Bauart nahm der Absatz laufend zu und entwickelte sich in den Jahren nach dem Kriege, vor allem auch durch den Export, steil nach oben. Für die immer größer werdenden Generatoren und Turbinen-Läufer wurden zahlreiche Maschinen für Wuchtkörper bis 30 Tonnen Gewicht gebaut.

    1927 wurde an die Transvaal Power Corporation, Rosherville Power Plant, die erste Maschine für 3 bis 45 Tonnen Wuchtkörper-Gewicht, wenig später an die Ateliers de Constructions Mecaniqlles (A.C.M.) in Jeumont eine Maschine für Wuchtkörper von 60 bis 100 Tonnen und 7 m Länge, Zapfendurchmesser bis 600 mm und einen Drehzahlbereich bis 3900 Umdrehungen pro Minute, geliefert.

    1924 wurde die erste dynamische Material-Prüfmaschine zur Ermittlung der Dauerfestigkeit konstruiert. Neben einigen Zug-Druck-Prüfmaschinen mit direktem Unwuchtantrieb und einer Lastwechselzahl von 3000 pro Minute erreichte vor allem die Dauerbiege-Maschine mit umlaufendem Probestab eine große Verbreitung, ferner die Flachbiege- und Torsions-Maschine, schließlich in begrenzten Stückzahlen die in Lizenz der Signal-Gesellschaft mbH in Kiel entwickelte hochfrequente Zug-Druck-Maschine für kleine Proben mit einer Lasrwechselzahl von 30.000/min. Später wurde auch eine Prüfmaschine zur dynamischen Serienprüfung von Ventilfedern entwickelt.

    1925 entstand eine neue Auswuchtmaschine, die sogenannte X-Maschine für kleine und mittlere Rotoren, nach dem bereits 1916 erteilten Patent. Sie gestattete eine mechanische Verlegung der Ausgleichsebenen des Wuchtkörpers.

    In den Jahren 1922/23 wurde zum ersten Mal versucht, Schwingungen zur Materialförderung zu nutzen. Nachdem die ersten Schwierigkeiten überwunden waren, fand man betriebssichere Fördermittel zum Transport von abrasivem und heißem Material, wie beispielsweise Eisensinter.
    Wenige Jahre später rüstete man diese Schwingförderer auch mit Siebbelägen aus und war so in der Lage, Schüttgüter auch nach Korngrößen zu trennen.

    Die Abteilung Transportanlagen entwickelte Fließ-Arbeits-Fördersysteme - vor allem für die Automobil- und Gießereiindustrie - besonders Kreisförderer, Flurförderer, Rollenbahnen und Plattenbänder.

    Der Waagenbau konstruierte eine halbautomatische Kranwaage und eine Spezialwaage zur Lokomotiv- Bekohlung sowie eine Gleisfahrzeugwaage ohne Gleisunterbrechung mit Seilzugentlastung, die den für die Absenkung der Waagenbrücke erforderlichen Hub- bzw. Winkelausschlag der Lasthebel, und damit die Abnutzung der Schneiden, auf ein Minimum reduzierte. Diese Waage konnte in fast 600 Ausführungen geliefert werden.

    1928 wurde von der neu gegründeten Abteilung Leistungsbremsen und Bremsprüfstände der erste Prüfstand zur Bestimmung der Leistung und Bergsteigefähigkeit von Personen- und Lastkraftwagen mit vier Trommeln für die damaligen Adler-Automobilwerke entwickelt und geliefert. 1929 folgte die wassergekühlte Bandbremse nach Prof. Kluge, Karlsruhe.

    Weiterentwicklung

    1930 wurden die ersten Dosierbandwaagen gebaut, aber auch Gemengewaagen für Betonmischanlagen und Straßenbau-Material, D-Zug-Wagenkästen-Verwiegeeinrichtungen und die ersten Leuchtbildwaagen. 1931 konnte die Leuchtbildwaage mit einem Zahlendrucker ausgerüstet werden, der nach einigen konstruktiven Verbesserungen 1938 endgültig zur Eichung zugelassen wurde. 1933 folgten die ersten Gleis- und Straßenfahrzeugwaagen ohne die bis dahin übliche Entlastung.

    Im Geschäftsjahr 1933/34 konnten Arbeiter und Angestellte neueingestellt werden und im Juli 1934 wurde die wöchentliche Arbeitszeit wieder auf 48 Stunden erhöht. Die Zahl der Mitarbeiter stieg 1936 auf 600, 1938 auf 700, 1939 auf 795 an; sie erhöhte sich bis 1944 auf 1.060. Entsprechend wuchs auch die Beschäftigung und damit die Umsätze.

    Das Gesellschaftskapital wurde 1940 auf 1.400.000,- RM und 1942 auf 1.750.000,- RM erhöht.

    Bis 1937 entwickelte die Abteilung Prüfmaschinen neue ZugDruck- und Torsionsmaschinen und die Resonanzmaschinen "Pulser", durch die Schenck zu einem der größten Hersteller von Schwingprüfmaschinen wurde.

    1939 wurde im Bereich Auswuchtmaschinen der 23 Jahre alte "mechanische Rahmen" durch den "elektrischen Rahmen" ersetzt. 1942 folgte die Einführung einer elektrisch messenden Feinauswuchtmaschine mit Oszillographenanzeige.

    1943 wurde an die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) in Berlin-Adlershof die damals größte Schwingprüfmaschine der Welt (3 .700 kN) mit Doppelantrieb geliefert, die mit einer Programmsteuerung die Ermittlung der Betriebsfestigkeit an größeren Flugzeugteilen erlaubte.

    In der Abteilung Leistungsbremsen und Fahrzeugprüfstände war 1935 die erste schiebergesteuerte Schenck-Flüssigkeits-Bremse entwickelt worden. In diesem Bereich setzte in den folgenden Jahren eine lebhafte Tätigkeit ein, sowohl bei Leistungsbremsen als auch bei Prüfständen. Unter anderem wurden Prüfstände zur Untersuchung der Bremsen von Flugzeugrädern, ein Sechs-Trommel-Prüfstand zur Untersuchung der Fahrbremsen für Drei-Achs-Fahrzeuge, 1940 ein Fallhammer für Flugzeugfederbeine und 1941 ein Prüfstand für Reifen und Bremsen von Flugzeugrädern mit 30 Tonnen Anpressdruck an eine Trommel mit 2,5 m Durchmesser und einem Fallhammer für 100 Tonnen Stoßkraft geliefert. 1937 wurde eine Dampfbremse für die Motoren-Werke Mannheim entwickelt und bis 1944 zwanzig dorthin geliefert.
    1944 wurde die erste Umlaufbremse konstruiert. Der Waagenbau verzeichnete einen steigenden Absatz durch den Leuchtbildtypendrucker, 1939 wurde die erste Rohrwaage mit diesem Drucker und einem Rechenschieber zur Bestimmung des Metergewichts geliefert. Neben steigenden Lieferungen in den bis dahin entwickelten Bauarten sind die Drehmoment-Waagen (Leuchtbildwaage mit besonders schwerem Pendel) zur Messung der Drehmomente von Flugzeugmotoren zu erwähnen, die in größeren Stückzahlen hergestellt wurden.