Antriebe

    Typische Antriebe für Prozesstechnologien:

    Schubkurbelantrieb

    Der Schubkurbelantrieb besteht aus zwei Komponenten: aus der Schubstange und der Exzenterwelle. Die Schubstange ist auf der Exzenterwelle gelagert. Der Schubstangenkopf ist an der Nutzmasse, bzw. dem Fördertrog, elastisch angeschlossen. Die Exzenterwelle wird auf der Gegenmasse, also auf dem Fundament, gelagert.

    Varianten: Kleine Schwingmaschinen mit Schubkurbelantrieb sind als zwangsgeführte Einmassensysteme konstruiert.

    Größere Schwingmaschinen besitzen größere dynamische Kräfte und sind deshalb als Zweimassensysteme aufgebaut. Ausgeführt werden sie meistens als sogenannte Resonanzsysteme. So lassen sich die Kräfte in der Schubstange und dem elastischen Koppelelement niedrig halten.

    Anwendung: Zum Beispiel bei Schwingfördersystemen mit Schubkurbelantrieb von Schenck Process. Ihre besondere Eignung liegt im schonenden Fördern aller Schüttgüter, von Sand bis zu grobstückigem Material. Zum Einsatz kommt dieser Antrieb auch für längere Förderstrecken. Etwa für Guss- und Sandtransport in der Gießerei oder zum Schlackentransport in Müllverbrennungsanlagen.

    Unwuchtmotor

    Unwuchtmotoren sind Rotationsmaschinen, an deren Welle verstellbare Gewichte angebracht sind. Sie nutzen auftretende Fliehkräfte für kreisförmige mechanische Schwingungen.

    Anwendung: Unwuchtantriebe werden für Schwingförderer, Schwingsiebe, Vibrationsreinigungsgeräte, Vibrationsverdichter, Vibrations-Straßenwalzen, für Rüttelplatten oder den Vibrationsalarm in Mobiltelefonen verwendet. Silos für Schüttgut werden z. B. mit Unwuchtmotoren ausgestattet, um Schüttgut fließfähiger zu machen.

    Förderrinnen von Schenck Process werden wahlweise von Umwuchtmotoren oder Richterregern angetrieben. Sie dienen neben dem Schüttguttransport auch zum Sammeln und Umlenken von Produktströmen, Sortieren von Gussstücken und Beschicken von Prozessmaschinen wie Siebe, Kühler u. ä.

    Kreiserregerzelle

    Die Unwuchtmassen der Kreiserregerzelle laufen um die Erregerzellenachse und erzeugen Fliehkräfte, deren Vektor mit der Betriebsfrequenz rotiert. Die Fliehkraft kann im Stillstand durch Einbau von Zusatzmassen variiert werden.

    Für den Antrieb eines Kreisschwingsiebes wird an beiden Seitenwangen jeweils eine Erregerzelle angeflanscht. Die zwei Erregerzellen sind über eine Zwischengelenkwelle miteinander verbunden.

    Beide Erregerzellen eines Schwingsiebes werden durch einen stationären Norm-Elektromotor über eine Antriebsgelenkwelle angetrieben.

    Bei Kreisschwingsieben kann die Förderung des Siebgutes nur durch Neigung des Siebes erreicht werden.

    Aufbau: Die ölgeschmierte Erregerzelle besteht aus Lagergehäuse, zwei Wälzlagern, einer Welle, zwei Unwuchtmassen und der Abdichtung.

    Für die Kreiserregerzelle spricht viel: Durch den kompakten Aufbau lassen sich die Zellen problemlos gegen Ersatzantriebszellen austauschen. Die Lager müssen nicht vor Ort gewechselt werden. Im Gegensatz zu in den Wangen gelagerten Wellenantrieben werden lange Produktionsstillstände vermieden.

    Frequenzumformer können zum stufenlosen Variieren der Fliehkraft eingesetzt werden.

    Kreiserregerzellen werden z. B. zum Antrieb von Kreisschwingsieben eingesetzt. Bei paarweiser Anordnung können sie Linearschwingsiebe und Auspacksysteme in Gießereien antreiben.